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Mardi Gras.bb
Line-up
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NEW YORK CITY, 1947
Ein indischer Illusionist, der sich im Hudson wiederfindet, nachdem er einem korrupten Senator sein politisches Ende prophezeit, eine österreichische Emigrantin, die nach routinemäßiger Entlausung den Protagonisten in Zahngold fragwürdiger Herkunft entlohnt, der Sohn sizilianischer Einwanderer, der bis zu seiner pyrotechnischen Himmelfahrt eine nicht ganz untypische Karriere macht, eine skandalumwitterte Hollywoodschönheit, die sich von ihrem Gönner Howard Hughes mit der Wahrheitsdroge Pentothal verwöhnen lässt...
Dies sind nur einige der skurrilen Miniaturen auf CRIME STORY TAPES, der aktuellen und mittlerweile zehnten Veröffentlichung des exzentrischen Experimental-Blasorchesters MARDI GRAS.BB.
Wieder, wie schon beim fulminanten Vorgänger „Von Humboldt Picnic“, hält ein erzählerischer Leitfaden die Langrille zusammen. Doch diesmal ist Doc Wenz nicht mehr der Expeditionsleiter einer erträumten Weltreise, der Episoden aus seinem Logbuch zum Besten gibt, sondern ein etwas eleganterer Philip Marlowe, ein nach berufsbedingt erworbener Hirnverletzung nur mäßig erfolgreicher Gentleman-Detektiv, der in lakonischem Erzählton durch das üppig mit Klischees des “film noir“ gespickte Geschehen führt.
Zu Lindy Hop, Swing und Balboa wird gefeiert und kiloweise Drogen konsumiert, während Rumpelblues und Kurt Weillartiges die blutigen, sprengstoffschwangeren Moritaten illustrieren. Einmal mehr ist es DJ Mahmut, der osmanische Turntable-Zauberer, der das Geschehen kollagiert und damit stilsicher ins Diesseits verfrachtet.